Arbeiten in der Chemie

So wichtig sind die Pharmaunternehmen in Rheinland-Pfalz

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Pharmaunternehmen in Rheinland-Pfalz
Pharmaunternehmen in Rheinland-Pfalz:Bedeutung der Pharamindustrie für Rheinland-Pfalz

Tabletten, Salben, Infusionen, Inhalationen: Rheinland-Pfalz ist stark in Sachen Gesundheit. Boehringer Ingelheim bei Mainz, AbbVie in Ludwigshafen, Novo Nordisk in Mainz, MSD Animal Health Innovation in Schwabenheim – namhafte Gesundheitsspezialisten vom Mittelständler bis zum Weltkonzern haben hier ihren Hauptsitz oder ein Werk.

„Das Land ist ein wichtiger Produktionsstandort der Pharmaindustrie in Deutschland“, bestätigt Jasmina Kirchhoff von der Forschungsstelle „Pharmastandort Deutschland“ des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Gerade hat die Volkswirtin die neusten Zahlen des Statistische Landes- und Bundesamt ausgewertet. Ergebnis: 11 pharmazeutische Betriebe gibt es im Land. Die beschäftigen von Jahr zu Jahr mehr Mitarbeiter: Verdienten 2013 noch knapp 11.280 Frauen und Männer ihr Geld in der heimischen Pharmaindustrie, stieg die Zahl binnen drei Jahren um gut 6 Prozent auf aktuell 11.960. Schaut man sich die Zahl der Beschäftigten in der Branche an, liegt Rheinland-Pfalz im Bundesländervergleich auf Platz vier – noch vor Berlin und Bayern.


Hoher Exportanteil

Möglich macht’s die weltweite Nachfrage nach den Produkten: 2013 lag der Umsatz noch bei nicht ganz 3,9 Milliarden Euro. Der Wert stieg bis 2016 trotz harter Zeiten insgesamt um rund 15 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Schaut man sich den Umsatz pro Mitarbeiter und Branche im Land an, liegt die Pharmabranche ebenso wie die Chemie und der Fahrzeugbau über dem Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes. Hauptabnehmer der Produkte ist übrigens das Ausland: „Der Exportanteil liegt bei 70 Prozent“, so Kirchhoff. Damit die Produkte an der Weltspitze bleiben, fließen jährlich hohe Beträge in die Forschung und Entwicklung der Pharmaunternehmen, 2015 waren es 386 Millionen Euro.

Auch über die Grenzen hinaus braucht das Land keinen Vergleich zu scheuen: In Ingelheim steht das 1885 gegründete Familienunternehmen Boehringer Ingelheim. Seine Schwerpunkte liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Medikamente mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit. Sein Asthma-Medikament Spiriva gehört zu den begehrtesten der Welt (knapp drei Milliarden Umsatz im Jahr 2016). Zudem sind in Rheinland-Pfalz viele Hersteller homöopathischer und pflanzlicher Arzneimittel beheimatet wie Hevert in Nussbaum oder Finzelberg in Andernach.


Zentrale Lage, gute Hochschulen

Was macht den Standort so attraktiv für die Branche? „Eine Rolle spielt die zentrale und verkehrsgünstige Lage“, erklärt Kirchhoff. Noch wichtiger für die Gesundheitswirtschaft sind aber die vielen klugen Köpfe: „Rheinland-Pfalz hat sehr gute Hochschulen, etwa die Johannes Gutenberg-Universität Mainz“, berichtet die Volkswirtin. Dazu kämen hochkarätige Institute und Forschungszentren wie das Max-Planck-Institut für Chemie und das Institut für Molekulare Biologie in Mainz, das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation oder das Institut für Biotechnologie und Wirkstoff-Forschung in Kaiserslautern.

Was zur Stärkung des Pharmastandorts nötig ist, kommentiert der Geschäftsführer von AbbVie.

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