Arbeiten in der Chemie

Spektakuläre Chemie-Experimente an der Kinder-Uni Birkenfeld

· Lesezeit 3 Minuten.
© Sandro
Kindercampus Birkenfeld 2017

Wenn Chemielaborantin Maike Lang mit spitzem Hut, grünen Locken und einem Besen durch die Gänge des Umwelt-Campus Birkenfeld flitzt, wird es spannend: Dann steigt in der Aula der Hochschule das legendäre „Magische Duell“. Hier treten Engel und Teufel an und messen sich, wer am besten zaubern kann. Das entscheiden die Fünftklässler aus der Region: Rund 800 Jungen und Mädchen verfolgten Anfang September an zwei Tagen tobend und klatschend das rasante Match, bestehend aus 25 feuergeladenen Experimenten. Und begaben sich anschließend brav in diverse Workshops, um selber die Geheimnisse der Naturwissenschaften zu ergründen.

„Die Begeisterung der Kinder ist alle Mühe wert!“

Jedes Jahr fasziniert die Show nicht nur kleine Zuschauer. Ausgedacht hat sich das Meisterwerk Maike Lang, unterstützt wird sie von den Chemieverbänden Rheinland-Pfalz und der Hochschule. „Das macht schon viel Arbeit“, sagt die Chemielaborantin und legt Schutzbrillen und Sicherheitshandschuhe zurecht. „Aber die Begeisterung der Kinder ist alle Mühe wert!“.

© Sandro
Der Zauberwettstreit beim Kindercampus

Sie moderiert den höllischen Wettstreit, wobei sie durchaus auch selber ein wenig „zaubert“: Feuer spucken, einen riesigen Wischmopp aus einer winzigen Handtasche ziehen, zerstörte Luftballons wiederbeleben oder mit dem Finger mal eben die Hitze der Flamme am Bunsenbrenner prüfen ist für sie eine Kleinigkeit. Kinder-Pädagogin Kristina Schuck, die in diesem Jahr erstmals als Engel auf der Bühne steht, ist mit dem experimentellen Teil ihrer Rolle dagegen noch nicht so vertraut: „Das muss man schon üben“, murmelt sie und erzeugt heftig rührend „Schneeflocken“ in einem Erlenmeyerkolben. Das Teufelchen alias Anne Müller, die im Gleichstellungsbüro an der Hochschule arbeitet, ist da schon gelassener. Sie steckt bereits zum zweiten Mal im Kostüm und kann den Auftritt kaum erwarten. „Ich liebe das“, sagt sie. Und schwingt vergnügt einen großen Hammer, der dank einer speziellen Beschichtung gleich mal fürchterlich knallt.

Schwarzer Rauch und grünes Feuer

Im magischen Wettstreit geht es dann auch Schlag auf Schlag weiter: Da steigen schwarze Rauchwolken auf, wabern weiße Nebel, glühen grüne Feuer in riesigen Flaschen und sogar ein Feuertornado fehlt nicht. Als dann noch Nebelringe mittels einer gigantischen Kanone durch den Saal gleiten, kennt die Begeisterung der Kinder kein Halten mehr. Sie klatschen, schreien und hüpfen vor Vergnügen von den Stühlen. Klares Voting der Kinderjury: Verdammt coole Show, und Teufel und Engel können gleich gut zaubern.

In den Workshops geht es anschließend um Dinge wie Astronomie, den Bau einer eigenen Mini-Photovoltaikanlage oder auch Biogas, das „Gold aus Mist und Abfall“. „Wir wollen zeigen, dass Chemie ein Nachhaltigkeitsthema ist“, sagt Professor Klaus Helling vom Umwelt-Campus Birkenfeld. Der enorme Andrang zeigt, dass sein Konzept funktioniert.

Ein Interview mit Professor Klaus Helling finden Sie hier.

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