Arbeiten in der Chemie

Markus Merk: „Die wahren Helden pfeifen auf den Dorfsportplätzen“

· Lesezeit 3 Minuten.
Markus Merk: „Die wahren Helden pfeifen auf den Dorfsportplätzen“
Gebürtiger Pfälzer: Markus Merks Elternhaus liegt 300 Schritte hinter dem Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg. (Foto: Markus Merk)

Herr Merk, wie starten Sie morgens in den Tag?

Mit meiner Frau Sabine, einer Tasse Kaffee, Müsli und Sport. Die erste Stunde ist uns heilig.

Sie kommen ursprünglich aus Kaiserslautern. Was denken Sie über die Stadt?

Kaiserslautern ist und bleibt meine Geburtsstadt und Heimat. Mein Elternhaus steht 300 Schritte hinter dem Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg. Aber leider und ehrlich: eine Stadt, die ihre Chancen nicht nutzt!

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

Natürlich Sport und weltweite Reisen mit meiner Frau Sabine, das bedeutet für uns Herausforderung, Fortbildung und geistige Frische. Aber die gesellige Schorle in der Pfalz oder das Weizen im Allgäu mit tollen Menschen sind genauso Lebensenergie.

Sie haben Hunderte Spiele gepfiffen von Bundesliga bis Weltmeisterschaft. Wie ist es, vor großem Publikum wichtige Entscheidungen zu treffen?

Es ist ein langer Weg und ein großes Ziel, auf höchstem Niveau entscheiden zu dürfen, persönlich ein großes Privileg. Man lernt und muss das für 90 Minuten ausblenden, lebt in seinem Mikrokosmos, ist auf seine Entscheidungswelt fokussiert. Mit Routine kann man es sogar genießen.

Wie bleibt man ruhig, wenn ein ganzes Stadion gegen einen ist?

Das ist ein Lern- und Erfahrungsprozess. Die wahren Helden pfeifen an der Basis auf den Dorfsportplätzen dieser Nation, wo sie von Einzelnen kritisiert werden, die es besser wissen, aber nie Verantwortung übernehmen. Das ist meist viel härter.

Als Schiedsrichter muss man vermitteln und Konflikte entschärfen. Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Neben hoher Entscheidungskompetenz habe ich gelernt und lerne nie aus, den Menschen gegenüber im Mittelpunkt zu sehen. Mehr verrate ich in meinen Vorträgen.

Sie waren Zahnarzt, Schiedsrichter für Bundesliga und FIFA und haben parallel die Indienhilfe Kaiserslautern gegründet. Was treibt Sie an?

Da gibt es sicher noch viel mehr: Familie, Ausdauersport, Unternehmer, Keynote-Speaker … Ich glaube immer daran, dass wir mehr können, als wir in diesem Augenblick glauben.

Mit Ihrer Frau haben Sie 2021 die Dr. Markus und Sabine Merk-Stiftung gegründet. Was wollen Sie erreichen? 

Mit unserem Motto „beMERKenswert bewegend“ möchten wir im klassischen Sinn bewegen. Wichtiger: junge Menschen, die sich engagieren, als Vorbilder auszeichnen.
Junge Menschen sind unsere Zukunft.

Chemie – was verbinden Sie damit?

Ich hatte Chemie als Leistungskurs. In meiner Facharbeit in der Oberstufe habe ich 20 Margarinesorten auf den Gehalt an ungesättigten Fettsäuren untersucht und ich liebäugelte mal damit, Lebensmittelchemie zu studieren. Selbst meine Doktorarbeit hatte mit der Untersuchung von Prothesenkunststoffen einen chemischen Ansatz. Schiedsrichter sind zunehmend Angriffen ausgesetzt.

Die Gesellschaft ist stark polarisiert. Was braucht es, damit es wieder fairer zugeht?

Unsere Medien verstärken bestehende Probleme in der Gesellschaft, aber klar: Wir brauchen mehr Miteinander, denn nur gemeinsam sind wir stark – gerade in diesen fragilen Zeiten.

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